Reckahn

Der Ort Reckahn befindet sich rund 80 km entfernt von Berlin und wird als positiver Erinnerungsort gesehen (vgl. Assmann 2006), weil dort bereits vor über 250 Jahren ein menschenfreundlicher Unterricht stattfand, der sich gegen die Prügelstrafe und gegen ständische, religiöse oder rassistische Diskriminierung wandte. Kinder wurden vom Schulanfang an als vernunftbegabte Wesen respektiert (Schmitt 2007, S. 171ff.; Tenorth 2011).Die philantropische Musterschule wurde von Friedrich Eberhard von Rochow (1734-1805) und Christiane Louise von Rochow (1734-1808) gegeündet. Die Reckahner Materialien, d.h. die Reckahner Reflexionen und da Reckahner Regelbüchlein, möchten an diese Tradition anknüpfen.

Heute gibt es weiterhin sehr viel im Reckahner Kulturensemble zu entdecken: Die damalige Schule ist heute ein Schulmuseum. Im Gutshaus der Rochows, dem Schloss Reckahn, gibt es eine Dauerausstellung “Vernunft fürs Volk”. Seit Sommer 2020 gibt es mit dem Gästehaus nun auch die Möglichkeit Klausurtagungen, Feiern, usw. in Reckahn zu realisieren.

Mehr Informationen zu Reckahn finden Sie auf der Website der Rochow-Museen bzw. im Beitrag von Hanno Schmitt (zum Download) erhalten Sie einen Einblick in Eberhard von Rochows Perspektive auf das Kind.

Arbeitskreis Menschenrechtsbildung als Redaktion der “Reckahner Reflexionen”

Die Reckahner Reflexionen beruhen auf einer fünfjährigen interdisziplinären und internationalen Auseinandersetzung mit dem Thema Ethik pädagogischer Beziehungen, an dem Fachleute aus Praxis, Leitung, Verwaltung, Wissenschaft, Bildungspolitik und Stiftungen beteiligt waren. Die Zusammenarbeit wurde ab 2011 in jährlichen Expertenkonferenzen des Arbeitskreises Menschenrechtsbildung in der Reckahner Einrichtung Rochow-Museum und Akademie für bildungsgeschichtliche und zeitdiagnostische Forschung e. V. an der Universität Potsdam realisiert (abgekürzt: Rochow Akademie). Aus diesem Expertenkreis sind zahlreiche Veröffentlichungen zum Thema hervorgegangen (siehe Prengel / Schmitt 2016). Eine internationale Konferenz „Kinderrechte in pädagogischen Beziehungen“ fand 2013 mit sehr großer Resonanz an der Universität Potsdam statt (Prengel / Winklhofer 2014).

Projektförderung

Wir danken der Robert Bosch Stiftung für die langfristige und umfassende Förderung des Projekts. Der Universitätsgesellschaft Potsdam e. V. und der Helga Breuninger Stiftung sei für Anschubfinanzierung gedankt.